Moderne Porträts pharaonischer Kunstwerke
Veranstaltungsort:
Kaffeemanufaktur
Weingraben 32
85368 Moosburg
Montag - Donnerstag:
9-18 Uhr
Freitag: 9-22 Uhr
Samstag: 9-17 Uhr
Telefon: 08761 720
75 20
Mobil: 0163 250 06 25
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"Erhebe dich...!
Empfange dir deinen Kopf,
umfasse dir deine Knochen,
versammle dir deine Glieder,
schüttle die Erde ab von deinem Fleisch!"
(Spruch 373 der Pyramidentexte)
Die Entstehung von Kunst ist möglicherweise aus der Begegnung des Menschen mit Sterblichkeit und Tod hervorgegangen: Um Verstorbene weiterhin bei den Lebenden zu behalten, schuf man Bildnisse von ihnen. Den alten Ägyptern mag dieser Zusammenhang bereits verloren gegangen sein, doch ihr Streben galt der Sicherung ihres "Überlebens" auch im Jenseits. Dafür entwickelten sie nicht nur die Mumifizierung, sondern schufen auch großartige Grabanlagen, in denen sich die Grabherren in vergoldeten Sarkophage zwischen aufwendig gestalteten Reliefs und Statuen bestatten ließen.
Dem Geist dieser Zeit nachzuspüren, bedeutet, sich mit den Schriftzeugnissen und Kunstwerken einer über 3000 Jahre bestehenden Kultur auseinanderzusetzen. Während der Ägyptologe diese Zeugnisse nüchtern betrachten muss, kann der Künstler sich seinen "Objekten" freier nähern. Auch wenn die Ägypter kein Porträt nach modernem Verständnis kannten, besitzen die drei- oder sogar über viertausend Jahre alten Bildnisse gewisse individuelle Züge. Ja, gerade in diesen Bildern begegnen einem Persönlichkeiten, wie man sie in Geschichtsbüchern selten antrifft: nicht nur große Pharaonen sondern auch ihre Frauen, Höflinge und Beamte. Um ihre Eigenart zu betonen, wurden die in Museen in München, Paris oder New York versammelten Austellungsstücke wie lebende Menschen porträtiert. Jedes Foto wurde individuell weiterbearbeitet, wodurch neue, modern aufgefasste Kunstwerke entstehen sollten, durch welche die Personen aus dem alten Ägypten mit dem heutigen Betrachter in Beziehung treten können und zwar unverstellt durch Museumsvitrinen und wissenschaftliche Texte.
Die Erinnerung an den Verstorbenen
bewahrte und sicherte seine Existenz im Jenseits, sei es im Gedächtnis
der Hinterbliebenen oder im Grabrelief oder in einer Statue. So treffen wir
in den Bildern von ihnen nicht etwa Tote sondern höchst lebendige Personen,
die ihre Existenz zwar hauptsächlich im "Schönen Westen"
haben, aber zeitweise durchaus auch im Diesseits. Ägypten war nicht von
einer Kultur des Todes besessen. Vielmehr feierte man das Leben.

Mehr Informationen zum Alten Ägypten auf www.egyptomania.de.